Am 14. September ist macOS 27 Golden Gate erschienen, und am Montag, 26. Oktober, hat Apple nun das erste grosse Zwischenupdate veröffentlicht, macOS 27.2. Die Version 27.1 wurde lustigerweise übersprungen. Aber das hat wohl mit dem iPhone Duo zu tun und dass Apple für alle Geräte die gleiche Version wollte.
In diesem Beitrag zeige ich Dir, was sich mit macOS 27 verändert hat und worauf Du achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Siri wird mit Siri AI zu einer echten Gesprächspartnerin, vorerst aber noch nicht auf Deutsch.
- Das Aussehen wird ruhiger und besser lesbar. Die Transparenz lässt sich jetzt selbst einstellen.
- Safari, Fotos, Mail, Kalender und Notizen bekommen viele kleine, praktische Verbesserungen.
- Eltern erhalten neue Werkzeuge, um Kinder am Mac besser zu schützen.
- Der Mac startet Apps schneller, und AirDrop sowie die Suche sind flotter.
- Mit dem Update 27.2 merkt sich Siri mehr, und Nachrichten schlägt Dir passende Kalendereinträge vor.
- macOS 27 läuft nur noch auf Macs mit Apple Chip.
Läuft macOS 27 auf Deinem Mac?
macOS 27 ist die erste Version, die keine Macs mit Intel Prozessor mehr unterstützt. Wenn Dein Mac 2020 oder später gekauft wurde, hast Du gute Chancen. Diese Geräte sind dabei:
- MacBook Air und MacBook Pro mit Apple Chip, ab 2020
- iMac mit Apple Chip, ab 2021
- Mac mini mit Apple Chip, ab 2020
- Mac Studio, ab 2022
- Mac Pro mit Apple Chip, ab 2023
- das neue MacBook Neo
Welchen Chip Dein Mac hat, siehst Du ganz einfach. Klicke oben links auf das Apfel Symbol und wähle «Über diesen Mac». Steht dort M1, M2, M3, M4 oder neuer, bist Du dabei.
Ein Hinweis für alle mit einem älteren Intel Mac. Dein Gerät funktioniert weiterhin. Es bekommt mit macOS Tahoe 26 und Sequoia 15 auch noch Sicherheitsupdates, die neuste Runde ist ebenfalls am 26. Oktober erschienen. Das heisst, Du brauchst nicht sofort einen neuen Mac. Erhält Dein Mac keine Sicherheitsupdates mehr, je nach Gerät ist das 2027 oder 2028 der Fall, ist es an der Zeit, über ein neues Gerät nachzudenken. Sind Sonoma oder ältere Betriebssysteme wie Ventura oder Monterey die letzten verfügbaren Versionen, dann ist es jetzt an der Zeit, ein neues Gerät anzuschaffen.
Die neue Siri versteht Dich besser
Die grösste Neuerung heisst Siri AI. Siri ist damit nicht mehr nur ein Sprachbefehl für den Wecker. Du kannst ihr Fragen stellen wie einer gut informierten Bekannten, nachfragen und das Gespräch weiterführen. Apple hat die neue Siri gemeinsam mit Google entwickelt, auf Basis der Gemini Modelle.
Das kann Siri AI auf dem Mac:
- Fragen beantworten, auch zu aktuellen Themen aus dem Internet
- in Deinen Nachrichten, Mails, Notizen und Fotos etwas für Dich finden
- Texte schreiben, kürzen oder freundlicher formulieren
- erkennen, was gerade auf Deinem Bildschirm zu sehen ist, und dazu helfen
- Aufgaben in Apps erledigen, etwa eine Erinnerung oder einen Termin anlegen
Neu gibt es dafür eine eigene Siri App im Dock. Deine Gespräche bleiben dort gespeichert und erscheinen auch auf Deinem iPhone oder iPad. Du kannst Siri AI zudem über die Spotlight Suche ansprechen, indem Du Deine Frage einfach eintippst.
Seit dem Update 27.2 erinnert sich Siri an frühere Gespräche. Du kannst sie zum Beispiel fragen, welche Restaurants sie Dir letzte Woche empfohlen hat. Sie bezieht jetzt auch Fotos aus Nachrichten, die Teilnehmenden eines Termins und Deine Combox Nachrichten mit ein. Damit Du die Kontrolle behältst, gibt es eine neue Einstellung. Dort legst Du an einer einzigen Stelle fest, auf welche Apps Siri, die Suche und die Vorschläge zugreifen dürfen.
Einen Haken gibt es allerdings noch. Siri AI spricht bisher Englisch und seit 27.2 auch Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch und Koreanisch. Deutsch ist noch nicht dabei. Wer in der Romandie lebt oder gut Französisch spricht, kann sie also jetzt schon in seiner Sprache nutzen. Stellst Du Deinen Mac und Siri auf Englisch, antwortet sie auf Deine schriftlichen Fragen trotzdem oft auf Deutsch. Ausserdem schaltet Apple Siri AI schrittweise frei. Du meldest Dich dazu in den Systemeinstellungen unter Siri an und wirst informiert, sobald es losgeht.
Ich selbst habe meinen Mac nicht auf Englisch umgestellt und mich auch nicht auf die Warteliste setzen lassen. Bis Siri AI Deutsch versteht, nutze ich weiterhin Claude und ChatGPT.
Ein ruhigeres, klareres Aussehen
Mit macOS 26 hat Apple letztes Jahr das gläserne Design eingeführt, das Apple «Liquid Glass» nennt. Viele fanden es schön, manche aber auch unruhig und schwer lesbar. macOS 27 bessert hier nach.
- Texte und Menüs heben sich stärker vom Hintergrund ab.
- Unter Systemeinstellungen > Erscheinungsbild bestimmst Du mit einem Schieberegler selbst, wie durchsichtig die Fenster wirken. Von klar bis deutlich getönt. Wer Mühe mit dem Lesen hat, stellt ihn eher Richtung getönt.
- Der Finder wirkt aufgeräumter, die Seitenleiste ist wieder klarer abgegrenzt.
- Das aktive Fenster ist leichter zu erkennen.
- Die Anzeige für Helligkeit und Lautstärke sieht neu aus. Wenn Du die Tasten drückst, ändern sich beide in kleinen, gut spürbaren Schritten.
- Apple Music hat ein neues Symbol. Statt Rot und Weiss ist es jetzt schwarz und weiss.
Safari, Fotos, Nachrichten und Mail
Safari
Wer gerne viele Tabs offen hat, wird sich freuen. Safari sortiert geöffnete Seiten jetzt automatisch nach Themen, zum Beispiel alles zur Ferienplanung an einem Ort. Neu kann Safari Dich auch benachrichtigen, wenn sich auf einer Seite etwas ändert. Etwa wenn ein Produkt wieder lieferbar ist oder der Preis sinkt. Ausserdem lädt Safari Seiten schneller und braucht weniger Strom. Und wie auf dem iPhone lädst Du eine Seite neu, indem Du sie nach unten ziehst.
Fotos
Die Fotos App bekommt neue Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz. Du kannst ein Bild nachträglich neu ausrichten lassen oder den Bildausschnitt erweitern. Der Mac ergänzt dann den fehlenden Rand. Das bekannte Werkzeug «Bereinigen» entfernt jetzt auch grössere störende Dinge aus dem Bild. Dazu kommen Sternbewertungen und Stichwörter, damit Du Deine Sammlung besser ordnen kannst.
Eine Neuerung freut alle, die Fotos teilen. In geteilten Alben werden Bilder und Videos jetzt in voller Auflösung geteilt. Bisher wurden sie verkleinert, was beim Ausdrucken oder Vergrössern oft störte. Das hat aber eine Kehrseite. Neue geteilte Alben zählen jetzt zu Deinem iCloud Speicher, auch die Bilder, die andere hinzufügen. Deine bestehenden Alben bleiben, wie sie sind. Du kannst sie in der Fotos App aber auf die neue Qualität umstellen. Wie das geht, zeigt Apple in einer kurzen Anleitung. Gut zu wissen: Ein umgestelltes Album sehen nur Teilnehmende, deren Geräte ebenfalls mit iOS 27 oder macOS 27 laufen.
Neu lassen sich in geteilten Alben auch Bildunterschriften und Kommentare bearbeiten. Doppelte Fotos werden vermieden, und bevor ein zeitlich begrenztes Album abläuft, erinnert Dich der Mac daran, Deine Bilder zu sichern.
Ausserdem erhalten Bilder, die in Fotos oder Image Playground mit KI erstellt oder verändert wurden, ein unsichtbares Wasserzeichen namens SynthID. So lässt sich später erkennen, dass KI im Spiel war.
Nachrichten
Nachrichten werden zuverlässiger zwischen Deinen Geräten abgeglichen. Kommt eine Nachricht nicht an, versucht der Mac es automatisch noch einmal. Beim Schreiben schlägt Dir die App passende Fotos vor, wenn Du von bestimmten Personen oder Orten sprichst. Und machst Du mit jemandem ein Treffen ab, bietet Dir die App an, direkt einen Kalendereintrag oder eine Erinnerung zu erstellen.
Mail findet gesuchte Nachrichten jetzt besser, weil die wichtigsten Treffer zuerst erscheinen. Die Suche achtet auch auf die Bedeutung. Suchst Du nach «Zahnarzt», findet Mail auch Nachrichten über die «Zahnarztpraxis». Mails laden schneller, und die Zahl der ungelesenen Nachrichten stimmt zuverlässiger. Und wie bei Safari, kannst Du die Mails neu durch nach unten ziehen aktualisieren. Wenn Du eine Mail verfasst, findest Du das Schreiben mit Siri neu direkt in der Formatierungsleiste. Wie alle Funktionen von Siri AI gibt es das vorerst nicht auf Deutsch.
Kleine Helfer im Alltag
Neben den grossen Themen gibt es viele kleine Verbesserungen, die den Alltag angenehmer machen.
- Kalender: Du kannst einen Termin einfach in Worten eintippen, etwa «Mittagessen mit Ruth am Freitag um zwölf». Der Kalender erledigt den Rest.
- Notizen: Du kannst jetzt mit Maus oder Trackpad skizzieren und eine eigene Unterschrift anlegen.
- Vorschau: Das Programm öffnet mehr Dokumentarten und macht das Bearbeiten von PDF Dateien einfacher.
- Wetter: Die Vorhersage für zehn Tage zeigt jetzt genauer, wie viel Regen kommt und wie stark der Wind weht.
- Passwörter: Die App warnt Dich vor schwachen oder gestohlenen Passwörtern. In einem nächsten Update plant Apple eine Funktion, mit der sich Passwörter direkt in der App ändern lassen. Bis anhin muss das alles manuell gemacht werden.
- Kurzbefehle: Du beschreibst in Worten, was automatisch passieren soll, und der Mac baut den Ablauf für Dich.
- Dateinamen: Der Mac schlägt Dir passende Namen für Dateien und Ordner vor, je nach Inhalt. Erscheinen keine Vorschläge, prüfe im Finder unter Einstellungen > Allgemein, ob die Funktion eingeschaltet ist.
- Bildschirm mit Ton aufnehmen: Drücke Befehlstaste, Umschalttaste und 5. Unter «Optionen» kannst Du jetzt auch den Ton des Macs mit aufnehmen. Praktisch, wenn Du jemandem etwas zeigen möchtest.
- Den Bildschirm fragen: Mit Befehlstaste, Umschalttaste und 6 markierst Du einen Bereich auf dem Bildschirm und stellst Siri eine Frage dazu. Steht dort zum Beispiel ein Konzerttermin, schlägt Dir Siri vor, ihn in den Kalender einzutragen. Dafür brauchst Du Siri AI, also vorerst einen Mac, der auf Englisch eingestellt ist.
- Menüleiste: Haben nicht alle Symbole Platz, blendet der Mac einige aus. Ein kleiner Doppelpfeil holt sie wieder hervor. Ist Dein Mac mit einem Netzwerkkabel verbunden, zeigt das WLAN Symbol neu ein eigenes Zeichen.
- iPhone auf dem Mac: In der Bildschirmsynchronisierung mit dem iPhone kannst Du jetzt auch Filme abspielen, die Du auf dem iPhone geladen hast, zum Beispiel von Netflix.
- Podcasts: Die App zeigt jetzt auch Podcasts mit Bild, und neue und angefangene Folgen erscheinen getrennt.
- FaceTime: Neu lässt sich eine Gebärdensprachdolmetscherin oder ein Untertiteldienst zum Anruf dazuholen.
Mehr Schutz für Kinder
Wenn Du Kinder hast, die einen eigenen Mac nutzen oder ab und zu an Deinem sitzen, lohnt sich ein Blick auf die neuen Kinderschutzfunktionen.
- Kinder müssen um Erlaubnis fragen, bevor sie eine neue Webseite besuchen.
- In der Bildschirmzeit legst Du Zeiten fest, in denen bestimmte Apps verfügbar sind.
- Für Bereiche wie Spiele oder soziale Netzwerke lassen sich tägliche Zeitbudgets einrichten.
- Neue Kontakte können erst nach Freigabe durch die Eltern schreiben.
- Der Mac warnt vor verstörenden Bildern und Videos, auch bei Gewalt.
Damit die neuen Einstellungen über die Familienfreigabe funktionieren, brauchen die Geräte der Familie die neuen Versionen mit der Nummer 27. Ältere Geräte behalten ihre bisherigen Einstellungen.
Spürbar schneller
Ein grosser Teil von macOS 27 passiert unter der Haube. Apple hat viel Arbeit in Tempo und Zuverlässigkeit gesteckt, und davon profitierst Du auch ohne künstliche Intelligenz.
Apps öffnen sich schneller. Die Spotlight Suche wurde von Grund auf neu gebaut und arbeitet flotter und stabiler. AirDrop überträgt Fotos und Dateien zügiger. Und wer einen breiten externen Bildschirm nutzt, bekommt endlich eine bessere Darstellung. Der Mac merkt sich ausserdem, wie Du Deine Bildschirme angeordnet hast.
Was sich verabschiedet
Mit jedem neuen System fällt auch etwas weg. Bei macOS 27 betrifft das vor allem ältere Programme und Geräte.
- Alte Programme für Intel laufen auf Apple Chip Macs dank einer Übersetzungshilfe namens Rosetta. macOS 27 ist die letzte Version, die das vollständig kann. In den Systemeinstellungen zeigt Dir der Mac eine Liste der betroffenen Programme, die Du im letzten Jahr genutzt hast.
- Time Capsule von Apple und andere Netzwerkspeicher, die noch mit dem alten Apple Verfahren AFP arbeiten, lassen sich nicht mehr verbinden.
- DVDs spielt der Mac künftig nicht mehr selbst ab, denn Apple baut die eigene DVD Wiedergabe schrittweise ab. Wer noch Filme auf DVD schaut, sollte sich mittelfristig nach einer Alternative wie VLC umsehen.
Soll ich jetzt aktualisieren?
Ich finde, mit 27.2 ist macOS 27 reifer geworden, und viele Fehler aus den ersten Wochen sind behoben. Wenn Dein Mac kompatibel ist und Du keine wichtigen alten Programme nutzt, kannst Du jetzt gut aktualisieren. Wer noch mit macOS 26 unterwegs ist und keine Eile hat, darf auch noch etwas warten. Auch die bisherigen Versionen erhalten weiterhin Sicherheitsupdates.
So gehst Du vor:
- Mach zuerst eine Sicherung mit Time Machine oder prüfe, ob die letzte aktuell ist.
- Schliesse Deinen Mac an den Strom an.
- Öffne die Systemeinstellungen, dann «Allgemein» und «Softwareupdate».
- Plane etwa eine Stunde ein und lass den Mac in Ruhe arbeiten.
Und wenn Du unsicher bist, ob Dein Mac bereit ist, oder Dir jemand beim Umstieg zur Seite stehen soll, melde Dich gerne bei mir. Gemeinsam schauen wir uns Deinen Mac an und richten alles so ein, dass es für Dich passt.
